Kategorie Aktuelle Meldung Behinderung Teilhabe

Fliegen mit Behinderung: Fluggastrechte müssen verbessert werden

Von: Lisa John

Seit zwölf Jahren liegt die Novellierung der europäischen Fluggastrechteverordnung auf Eis. Vor allem für Menschen mit Behinderung ist das ein Problem. 

Rückenansicht eines älteren Mannes im Rollstuhl, der am Gepäckband eines Flughafens steht. Neben ihm steht ein Reisekoffer.
Glück gehabt: der Koffer ist da. Wenn aber Gepäck verloren geht und im schlimmsten Fall die Mobilitätshilfe weg ist, ist die europäische Fluggastrechteverordnung für Reisende mit Behinderung nicht hilfreich. © IMAGO / HalfPoint Images

Mobilitätshilfe weg? – Keine Haftung, kein Ersatz

Es passiert immer wieder bei Flugreisen: Angekommen am Urlaubsort wartet man am Gepäckband vergeblich auf seinen Koffer. Aus einem Bericht des Airline-Dienstleisters Sita geht hervor, dass im Jahr 2023 rund 36,1 Millionen Gepäckstücke nicht gemeinsam mit ihren Besitzern ans Ziel gekommen sind. 

Für Externer Link:Menschen mit Behinderung kann der Verlust des Gepäcks nicht nur Ärger, sondern eine echte Einschränkung bedeuten. Im schlimmsten Fall kommen Betroffene nicht mehr vom Flughafen weg, weil zum Beispiel die Mobilitätshilfe beschädigt oder gar nicht angekommen ist. Und als würde das nicht reichen, haftet die Fluggesellschaft derzeit weder vollumfassend für Beschädigung oder Verlust, noch sorgt sie für adäquaten Ersatz.
 

Verhandlungen über Gesetzesänderung liegen auf Eis

Um das zu ändern, müsste die europäische gesetzliche Grundlage novelliert werden. Doch Verhandlungen darüber liegen seit zwölf Jahren auf Eis. Es hatte zwar verschiedene Vorschläge gegeben, doch bisher ist zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderung kaum etwas passiert.

Der Sozialverband VdK spricht sich daher für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen aus. Vor allem die Barrierefreiheit und die Rechte von Menschen mit Behinderung müssen deutlich verbessert werden. 

Der VdK fordert unter anderem eine Haftung der Fluggesellschaft für die Beschädigung oder den Verlust von Mobilitätshilfen in voller Höhe. Außerdem setzt er sich dafür ein, dass Begleitpersonen kostenfrei mitgenommen werden können, sowie für einen Externer Link:barrierefreien Zugriff auf Informationen und Beschwerdeformulare.

„Seit zwölf Jahren gibt es keine handfesten Fortschritte im Bereich Fliegen“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele. „Das muss sich umgehend ändern und die Vorschläge des VdK in einen verbindlichen gesetzlichen Rahmen übernommen werden.“