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Engel helfen krebskranken Kindern
Krebs- und schwerstkranke Kinder können in Bremen und dem niedersächsischen Umland auf die Hilfe von Engeln bauen. Vier Kinderkrankenschwestern betreuen die kleinen Patienten zu Hause. «Wir begleiten ein Kind während der ganzen Therapie», sagt Angela Kropp.
Für die neun Jahre alte Nina sind Schwester Angela und Schwester Maren wahre Engel. Seit fast zwei Jahren betreuen sie abwechselnd das krebskranke Mädchen. «Da ist eine ganz liebevolle Beziehung entstanden, Nina freut sich immer, wenn eine kommt», sagt ihre Mutter Gabriela Offermann. Die Familie wohnt in der Nähe von Bad Bederkesa (Kreis Cuxhaven).
Rund 60 Familien betreuen die vier Krankenschwestern ein- bis zweimal in der Woche. Bezahlt wird diese sogenannte Brückenpflege von der Stiftung Bremer Engel. Ihre Heimat hat die Stiftung in der Prof.-Hess-Kinderklinik in Bremen und in der Kinderklinik Delmenhorst. Je zwei Engel arbeiten mit halber Stelle in den Krankenhäusern, die restliche Arbeitszeit verbringen sie bei den kleinen Patienten zu Hause. Die Fahrten führen bis ins niedersächsische Umland von Bremen, in Einzelfällen bis nach Ostfriesland.
«Wir betreuen nur Kinder, die wir aus dem Krankenhaus kennen», sagt Schwester Angela, die als Engel der ersten Stunde seit fünf Jahren dabei ist. Mit ihrem Engagement werde die Lücke zwischen Klinik und zu Hause geschlossen und der Heilungsprozess gefördert. «Die Kinder fühlen sich weniger krank, wenn sie in ihrer häuslichen Umgebung sind.»
Und die Engel nehmen den Familien viele Wege ab. «So müssen wir nicht jede Woche nach Bremen fahren zum Blut abnehmen», sagt Ninas Mutter. Das sei eine große Erleichterung für die ganze Familie. Außerdem könne jedes Problem direkt besprochen werden. «Die Schwestern standen uns jederzeit mit Rat und Tat zu Seite, sie waren immer ansprechbar. Wir sind mehr als zufrieden», sagt Ninas Mutter, die glücklich ist, dass ihre Tochter die Chemotherapie und ihre Folgen gut gemeistert und nach Aussagen von Schwester Angela ihre Krankheit fast überwunden hat.
Das gehe allerdings nicht immer so gut aus, auch wenn die überwiegende Zahl der Kinder wieder gesund werde, sagt Schwester Angela. «Der Tod eines Kindes gehört leider dazu, und es ist jedes Mal schwer damit umzugehen.» Man könne aber auch in solchen Momenten die Familie unterstützen und ihnen Kraft geben.
Neben den vier Kinderkrankenschwestern hat die Stiftung auch für eineinhalb Jahre die Kosten für die Kunsttherapeutin Eva Paul in der Bremer Kinderklinik übernommen. Dort malt, knetet und bastelt sie seit sechs Jahren mit den kleinen und größeren Patienten der Krebsstation. Im Frühjahr war der Vertrag mit der Klinik ausgelaufen. «Ziel ist es, den Kindern sinnliche und schöne Erfahrungen im Krankenhaus zu geben», sagt Paul. «Der Frust und die Traurigkeit muss raus. Bilder helfen bei der Krankheitsverarbeitung.» Auch Geschwister dürfen mit zur Kunsttherapie.
Die Stiftung Bremer Engel ist auf Spenden und andere Zuwendungen angewiesen. Allein aus den Erträgen des Stiftungskapitals sei die Arbeit nicht zu finanzieren, sagt Stiftungssprecherin Svenja Miller. Hinter den Bremer Engeln steht die Erika Müller Stiftung, die 2003 von der engagierten Bremerin mit einem beträchtlichen Vermögen ins Leben gerufen wurde. Sie wollte damit helfen, die Schmerzen schwerstkranker Kinder zu lindern und ihre Genesung zu begünstigen. Vorstand, Kuratorium sowie der Patenkreis der Bremer Engel arbeiten ehrenamtlich. (Vera Jansen, dpa)

