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Özkan: Betreuungsgeld gibt Frauen Wahlmöglichkeit
«Fehlinvestition», «Irrsinn», «Herdprämie» - so lauten die Urteile der SPD über das geplante Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause erziehen. Deutschlands erste Ministerin türkischer Herkunft, Aygül Özkan (CDU), verteidigt das Vorhaben.
«Grundsätzlich begrüße ich, dass jede Frau eine Wahlmöglichkeit hat, wie ihre Kinder betreut werden sollen», sagte die niedersächsische Sozialministerin der Nachrichtenagentur dpa am Rande einer Konferenz in Schwerin. Özkan wies auch die Befürchtung zurück, die Eltern könnten das Geld zweckentfremden. «Das wissen wir nicht, wir haben keine Erhebung darüber, insofern können wir das so pauschal nicht behaupten.»
Betreuungsgeld ab 2013
Die Einführung des Betreuungsgeldes ist für 2013 vorgesehen. Nach den Plänen von Union und FDP sollen Eltern, die ihre unter drei Jahre alten Kinder zu Hause betreuen, rund 150 Euro im Monat bekommen. «Jemand, der sagt, ich möchte mein Kind selbst erziehen, möchte es aber auch fördern, indem ich Angebote in Anspruch nehme, soll dadurch finanziell nicht benachteiligt werden», erklärte Özkan. Die Ministerin plädierte zugleich dafür, die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken. «Gerade bei Familien mit Migrationshintergrund ist es wichtig, dass man frühzeitig anfängt mit frühkindlicher Förderung.» Nicht nur die Sprache müsse im Vordergrund stehen, sondern auch die Einführung in die kulturellen Gegebenheiten.
Für sinnvoll hält Özkan Informationskampagnen, die sich speziell an Einwanderer richten und auf die Fördermöglichkeiten für Kinder hinweisen. «Wir müssen den Familien auch sagen, dass es nichts Verwerfliches ist, ein Kind frühzeitig in fremde Hände zu geben.» Özkan selbst besuchte schon als Dreijährige in den 70er Jahren einen Kindergarten in Hamburg. «Also es kommt wirklich darauf an, wie eine Familie das entscheidet.» Überzeugen könne man Eltern am besten mit guten Beispielen, meinte die seit Ende April amtierende Ministerin. (dpa)


