Lemke: Behindertensport in Deutschland weit vorne

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Donnerstag, 10.06.2010

Lemke: Behindertensport in Deutschland weit vorne

Der Behindertensport in Deutschland ist nach Auffassung des Sportbeauftragen der Vereinten Nationen, Willi Lemke, ganz weit vorne. «Es gibt wenig Länder, die sagen können, dass sie einen derartigen Kurs an Unterstützung und Anerkennung fahren», sagte Lemke vor der Eröffnung der Special Olympics National Games am kommenden Montag in Bremen in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Sport trotz Behinderung.
Deutschland im Behindertensport vorbildlich.

Zu dem Sportereignis für Menschen mit geistiger Behinderung werden vom 14. bis 19. Juni mehr als 4.500 Athleten erwartet. Sie wollen sich in 20 verschiedenen Wettbewerben messen.

Die guten Bedingungen in Deutschland sind dem UN-Beauftragten aber noch lang nicht genug. Wenn er bei Reisen auf Tagungen über Behindertensport spreche, reagierten die Menschen oft mit Unkenntnis und Unverständnis. «Das ärgert mich. Deshalb habe ich für mich auch gesagt, dass das eine meiner Prioritäten ist», sagte Lemke. Es gelte zu versuchen, die Menschen aufzuklären, dass Special Olympics etwas ganz Besonderes sind.

«Ich glaube die grundsätzliche Frage ist, wie können wir vermitteln, dass es die Programme für behinderte Menschen gibt - also wo sind die Ansprechpartner, wo sind die Übungsräume, wo sind die Trainer», sagte der frühere Manager des Fußballbundesligisten Werder Bremen. «Der Behindertensport ist keine Frage des Geldes, er ist finanziell in Deutschland recht gut ausgestattet.» Im internationalen Vergleich müsse man Deutschland loben. «In vielen Ländern gibt es hier erhebliche Probleme.»

Paralympics als öffentliche Plattform

Was der Sport bewirken könne, hätten nicht zuletzt die Olympischen Spiele und kurz danach die Paralympics für behinderte Sportler in Peking 2008 gezeigt. «China ist das beste Beispiel, da hat man vor den Olympischen Spielen auf den Straßen niemals behinderte Menschen gesehen.» Dies sei ein Tabu gewesen. «In dem Augenblick, in dem die Entscheidung für China fiel, ist diese Tabuzone durchbrochen worden. Dies hat nicht die Politik, sondern der Sport erreicht.» (dpa)

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