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Zügige Umsetzung der UN-Konventionen gefordert
Kinder mit und ohne Behinderungen sollen künftig grundsätzlich gemeinsame Schulen besuchen - das zumindest fordert die Behindertenrechtskonvention der UN, doch die Realität in Deutschland sieht nach wie vor anders aus. «Alle Bundesländer haben Nachholbedarf», sagte der Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Hubert Hüppe, am Mittwoch in Wolfsburg. Dort trafen sich Vertreter der Länder auf Einladung Niedersachsens. Themen waren neben dem gemeinsamen Schulbesuch unter anderem Barrierefreiheit in allen öffentlichen Bereichen und die Entflechtung von Großeinrichtungen für Behinderte.
«Wenn ein Behinderter von vornherein einen Sonderweg geht, dann wird er ein Sonderling», sagte Niedersachsens Behindertenbeauftragter Karl Finke. Derzeit sind seinen Worten nach Schleswig-Holstein und Bremen beim gemeinsamen Schulbesuch Spitzenreiter, dort werden 50 Prozent der behinderten Kinder in einer Regelschule unterrichtet. In Niedersachsen seien es bislang nur 14,8 Prozent.
Politiker, Kommunen, Lehrer und Eltern müssten lernen, umzudenken. Das Recht auf einen Schulbesuch mit nichtbehinderten Kindern dürfe nicht vom gute Willen der Schulleitung und der anderen Eltern abhängen.
Behinderte gehören in die Gesellschaft
Ein weiteres Problem in Deutschland sind die bisweilen sehr großen Wohn- und Arbeitsstätten für Behinderte, in denen teilweise mehr als 1.000 Menschen leben - oft sind die Einrichtungen noch auf dem flachen Lande gelegen. Für eine Integration der Menschen müssen diese Orte in kleinere Einheiten entflochten werden, sagte Finke. «Die Gesellschaft ist bunt, Behinderte gehören dazu und sollten nicht ausgegliedert werden», betonte Finke. (dpa/lni)
Leser-Kommentare (2)
Martin Boeing
Hallo,
wir beabsichtigen, unsere Tochter inklusiv in der Grundschule Melbeck bei Lüneburg einzuschulen.
Die Landesschulbehörde und die Grundschulen versuchen alles, um dieses zu verhindern.
Wie können Sie uns unterstützen?
Gruß
Martin Boeing
VdK-Onlineredaktion
Der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen spricht sich für inklusive Schulen aus und fordert eine zügige Umsetzung der UN-Konvention, auch unterstützt vom Landesbehindertenbeirat Niedersachsen und VdK Deutschland.
Wir nehmen Sie gerne in unsere Datenbank auf für eventuelle zukünftige Medienanfragen oder Berichte in der VdK-Zeitung/VdK-TV. Ansonsten verweisen wir auf die Rechtsberatung in der VdK-Geschäftsstelle Lüneburg.

