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Kinderbetreuung zeigt den Weg aus Armut
Eine verlässliche Kinderbetreuung ist nach Auffassung des hannoverschen Oberbürgermeisters Stephan Weil (SPD) ein Weg aus der Armut. Nur so könne den Eltern das Arbeitsleben erleichtert und Kindern geholfen werden. Mit einem neuen Konzept will die Stadt ihre Angebote mit denen der Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Vereine und engagierter Bürger vernetzen. Der «Hannoversche Weg» fasse Bildung, die soziale, gesundheitliche und kulturelle Förderung der Kinder zusammen, sagte Weil. In Hannover leben rund 22.000 Kinder in Armut.
Der «Hannoversche Weg» umfasse fünf Kernpunkte, sagte der Jugend- und Sozialdezernent der Stadt, Thomas Walter. Demnach werde auf die Bildung der Eltern, auf Schuldenprävention und den Ausbau der Ganztagsschulen gesetzt. Diese könnten den Kindern aufgrund der gemeinsamen Mahlzeiten und der Hausaufgabenbetreuung eine Tagesstruktur vermitteln. Darüber hinaus sollten die Sozialdienste bei den kostenlosen Mittagstischen aufmerksam beobachten, welches Kind häufiger komme. So könnten Missstände in der Familie schnell aufgedeckt werden.
Migranten besser erreichen
Zudem müssten Migrantenfamilien besser erreicht werden, sagte Walter. Deren Kinder seien zwar überproportional von Armut betroffen, gleichzeitig nähmen die Eltern nur unterdurchschnittlich die Betreuungsangebote war.
Landesweit waren im April 2009 etwa 178.900 Kinder von Armut betroffen. Die Quote ist laut Sozialministerium in den kreisfreien Städten höher als in den Landkreisen. «Um Chancengleichheit herzustellen, müssen wir bei der Bildung für Kinder und Jugendliche ansetzen. Dazu gehört auch die qualifizierte Betreuung der Kinder», sagte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) auf Anfrage. Die Landesregierung fördere das auf vier Jahre ausgerichtete Programm «Familien mit Zukunft - Kinder bilden und betreuen» jährlich mit 20 Millionen Euro. (dpa/lni)


