Landesweit große Unterschiede bei Pflegeangeboten

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Freitag, 09.04.2010

Landesweit große Unterschiede bei Pflegeangeboten

Rund 1,5 Millionen Euro für Pflege von Menschen ohne gesetzlichen Pflegeanspruch

Trotz millionenschwerer Zuschüsse gibt es bei der Betreuung für Hilfsbedürftige ohne Pflegestufe in Niedersachsen noch immer große Unterschiede. Obwohl sich die Zahl der Angebote seit Förderbeginn im Jahr 2004 mehr als als vervierfacht hat, sind etwa die Landkreise Uelzen, Cuxhaven, Lüchow-Dannenberg und Nienburg noch immer unterdurchschnittlich versorgt. «Wir hoffen, dass sich hier noch weitere Anbieter melden», sagte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Donnerstag in Hannover.

Ältere Dame mit Gehhilfen.
Drastischer Anstieg der Pflegebedürftigen bis 2020 erwartet.

Rund 1,5 Millionen Euro stellt das Land Niedersachsen alleine in diesem Jahr für die Pflege von Menschen ohne gesetzlichen Pflegeanspruch zur Verfügung. Insgesamt belaufen sich im Jahr 2010 die Ausgaben für die Pflege und Betreuung von Hilfsbedürftigen auf mehr als 1,5 Milliarden Euro.

Landesweit aktuell 333 anerkannte Anbieter

Landesweit gibt es aktuell 333 anerkannte Anbieter mit insgesamt mehr als 670 Angeboten. «Innerhalb von sechs Jahren ist es uns gelungen, ein nahezu flächendeckendes Netz zu errichten», sagte die Ministerin. Die Ursachen für die dennoch vorhandene Ungleichverteilung erklärt die Ministerin mit den unterschiedlichen Bedürfnissen und Angeboten in den Regionen. Sie gehe jedoch davon aus, dass die Zahl der Anbieter weiter wachsen werde.

Seit 2004 fördert die Landesregierung sogenannte niedrigschwellige Betreuungsangebote etwa durch ehrenamtliche Helfern oder Betreuungsgruppen. Ihr Einsatz soll die pflegenden Angehörigen zweitweise entlasten. Die Anbieter brauchen eine Anerkennung durch das Land. «Dadurch bleibt auch bei einer ehrenamtlichen Betreuung die erforderliche Qualität gewährleistet», sagte Ross-Luttmann. Das zusätzliche Pflegeangebot richtet sich an alle Menschen mit Demenz, psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen. Dies gilt bereits ab der sogenannten Pflegestufe 0, wenn also eine Pflege im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes noch nicht erforderlich ist.

Niedersachsen bundesweit an der Spitze

«Wichtig ist, was bei den Menschen ankommt», sagte die Ministerin. Die landesweit bereitgestellten Mittel würden vollständig abgerufen. In den vergangenen sechs Jahren (2004: rund 217.000 Euro) habe sich das Fördervolumen mehr als versiebenfacht. Hinzu kommen Fördermittel der Pflegekassen in gleichem Umfang. «Bundesweit liegen wir damit an der Spitze», betonte Ross-Luttmann. Die Förderrichtlinie wurde bis 2013 verlängert.

«Damit sind die Weichen gestellt, diese Angebote zu sichern und wohnortnah weiter auszubauen», sagte Ross-Luttmann. In Niedersachsen leiden rund 100 000 Menschen an Demenz, etwa 60.000 Männer und Frauen werden zu Hause betreut. (dpa/lni)

Schlagworte zu dieser Seite: Pflege, Niedersachsen, Pflegestufe

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