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Dorfhelferinnen sind verstärkt bei sozialer Betreuung gefragt
Ursprünglich waren sie als Unterstützung bei Notsituationen auf Bauernhöfen im Einsatz. Doch die körperlich harte Arbeit der Dorfhelferinnen auf dem Lande weicht mehr und mehr der Betreuung von Familien mit sozialen Problemen.
Drohende Arbeitslosigkeit, Alkoholprobleme oder Überforderung bei Alleinerziehenden mit mehreren Kindern beschäftigen heute die 165 Mitarbeiterinnen des Vereins Evangelisches Dorfhelferinnenwerk Niedersachsen. Mit einem Festakt hat die diakonische Einrichtung am Dienstag in Hannover ihr 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Die ausgebildeten Hauswirtschafterinnen haben zwar ihren Namen als Dorfhelferinnen behalten, sie sind aber inzwischen auch verstärkt in den Städten aktiv.
Immer größer werde die Nachfrage bei Müttern, die ihrer Rolle nicht gerecht würden, betonte die Vorsitzende Monika Stallmann am Dienstag in Hannover. Und bei Familien mit sozialen Problemen. Kinder brauchten Frühstück, Mittag- und Abendessen, einen geregelten Tagesablauf und jemanden, der Zeit zum Zuhören hat. Die Dorfhelferinnen leisteten Basisarbeit und leiteten die Familien an, wie ein Haushalt organisiert wird. "Wir helfen, dass eine Familie auch eine Familie bleibt, erklärte Stallmann. Dazu arbeitet die diakonische Einrichtung eng mit Jugendämtern zusammen. Allerdings sei dies noch ein sehr junges Standbein", sagte die Pastorin. Die sozialen Einsätze kämen sowohl im ländlichen wie im städtischen Bereich vor.
Während die Dorfhelferinnen früher zu 99 Prozent in landwirtschaftlichen Betrieben aushalfen und auch im Stall mit anpacken mussten, bringen sie heute Kinder in den Kindergarten, zur Schule, zum Arzt, kochen und kaufen ein. Die Frauen müssten den Haushalt der jeweiligen Familie professionell, selbstständig und an die individuellen Bedürfnisse angepasst managen. Voraussetzung für den Beruf als Dorfhelferin ist eine hauswirtschaftliche Ausbildung.
Die Bewerberinnen müssen dann eine 14-monatige Fortbildung und eine Abschlussprüfung absolvieren. Die Finanzierung dieser Einsätze in Familien, die einige Tage bis mehrere Wochen oder sogar Monate dauern können, übernehmen Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Rentenversicherungsträger. (dpa/lni)

