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Sozialtickets für Bedürftige in Niedersachsen
Immer mehr Städte in Niedersachsen führen ein Sozialticket für Menschen mit wenig Geld ein - zuletzt vor knapp einem halben Jahr Hannover. Mit so einer Karte können Hartz-IV- oder Sozialhilfe-Empfänger zum Beispiel verbilligten Eintritt in Schwimmbäder oder Museen erhalten. Am wichtigsten aus Sicht der Betroffenen sind aber die Ermäßigungen für den öffentlichen Nahverkehr, die mit Sozialcard erhältlich sind.
In der Landeshauptstadt Hannover gibt es die Sozialcard seit knapp einem halben Jahr. Dort kommt besonders gut an, dass Kinder und Jugendliche mit der Karte kostenlos Mitglied in Sportvereinen werden können, berichtet eine Stadtsprecherin. Ebenfalls gefragt sind auch die Rabatte für Theater und Schwimmbäder. Hannover verteilt die Sozialcard an rund 80 000 Betroffene, das Angebot kostet die Stadt jährlich rund 400 000 Euro.
Göttingen hat die Sozialcard ebenfalls im vergangenen Jahr eingeführt. Die Ermäßigungen in Museen und Schwimmbädern werden gut angenommen. Darüber hinaus bietet die Stadt Bildungsgutscheine für die Volkshochschule an und ebenfalls kostenlose Mitgliedschaft für Kinder und Jugendliche in Sportvereinen, berichtet Stadtsprecher Detlef Johannson.
Bremen bietet neben einem Sozialticket für Bus und Bahn seit Anfang des Jahres auch ein Kulturticket an. «Für mich ist dieses Ticket ein weiteres Instrument, mit dem wir der sozialen Spaltung unserer Stadt entgegenwirken können», erklärt Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD). Mit der Sozialcard gibt es in Bremen im Theater und in der Philharmonie eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn Restkarten für drei Euro, einige Museen können die Betroffenen sogar umsonst besuchen.
Oldenburg hat das Angebot schon deutlich länger - seit 2003. Dort können Sozialschwache mit dem Pass ebenfalls im Theater, in Museen, Bibliotheken, Musikschulen und Sportvereinen Rabatte bekommen. Mehr als 60 Einrichtungen, aber auch Geschäfte unterstützen die Aktion.
Hauptsächlich für Nahverkehr
In Braunschweig haben rund 4500 Menschen die Sozialcard. «Das Angebot wird überwiegend für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs genutzt», sagt Sozialdezernent Ulrich Markurth. Auch dort gibt es aber ebenfalls Ermäßigungen für Betroffenen in Schwimmbädern, Museen und in der Volkshochschule.
Kein Sozialticket gibt es in Lüneburg - nur Senioren über 65 bekommen Ermäßigungen in den Bädern und im Kulturbereich. Allerdings wird dieses Angebot von weniger als 10 Prozent der Berechtigten genutzt. «Vermutlich liegt das daran, dass sich ältere Menschen häufig schwer damit tun, sich helfen zu lassen oder sich scheuen, so etwas in Anspruch zu nehmen», sagte eine Stadtsprecherin. (dpa)


