Schulische Belastung führt zu Stress-Symptomen

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Montag, 18.01.2010

Schulische Belastung führt zu Stress-Symptomen

Umfrage: Besonders Mädchen klagen über körperliche oder psychische Beschwerden

Jeder dritte Schüler leidet unter Stress-Symptomen. Dabei plagen Kopf- und Rückenschmerzen, Einschlafprobleme und Gereiztheit deutsche Kinder und Jugendliche am häufigsten. Das ergab eine Studie, die das Institut für Psychologie und das Zentrum für angewandte Gesundheitswissenschaften (ZAG) der Leuphana Universität Lüneburg für die Deutsche Angestellten- Krankenkasse (DAK) erarbeitet haben. Befragt wurden 4500 Schüler und Schülerinnen im Alter von 10 bis 21 Jahren in Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Besonders betroffen sind Mädchen. Laut Studie haben 40 Prozent mehrmals in der Woche körperliche oder psychische Beschwerden.

Klassenzimmer.
Schule darf nicht ausgrenzen.

«Die Gesundheit vieler Jungen und Mädchen leidet unter schulischen Belastungen», sagte Cornelius Erbe, Leiter des DAK-Produktmanagements. «Wird falsch auf diese Belastungen reagiert, können negative Gefühle und psychosomatische Beschwerden entstehen.» Wichtig sei, dass Lehrer und Eltern Probleme offen angingen.
Schweigen und Verdrängen mache alles noch schwieriger. Die Studie zeige, dass Schüler, die Probleme vermeiden, mehr als doppelt so häufig regelmäßig unter Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen litten.

Vor allem aber sollten die Schüler lernen, ihre Probleme aktiv anzugehen, sagte Silke Rupprecht, Diplom-Pädagogin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leuphana Universität.

Schulform entscheidend

Allgemein fühlt sich laut Studie mehr als die Hälfte aller Jugendlichen mit Beschwerden in der Schule verzweifelt oder erlebt regelmäßig negative Gefühle. Jeder zweite Schüler mit häufigen Beschwerden hat zudem Prüfungsangst. Besonders häufig treten gesundheitliche Probleme bei einem schlechten Klassenklima auf. Zu erkennen sei auch ein Zusammenhang zwischen Schulform und häufigem Leiden, sagte Rupprecht. So hätten Gymnasiasten viel seltener angegeben, unter Kopf- oder Rückenschmerzen zu leiden als andere Schüler. Auffallend sei auch, dass Schülerinnen viermal so oft wie ihre Mitschüler unter Kopfschmerzen litten. Die Beschwerden stiegen mit zunehmendem Alter an, besonders bei Mädchen ab 15 Jahren. «Bei Jungen nehmen sie nach dem 13. Lebensjahr dagegen ab», sagte Rupprecht.

Das Lüneburger Institut und das ZAG begleiten und beraten insgesamt 30 deutsche Schulen für die Krankenkasse über jeweils drei Jahre. (dpa/lni)

Schlagworte zu dieser Seite: Stress, Schule, Jugendliche, Kopfschmerzen

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