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VdK-Aktion gegen Armut

Düstere Prognose:
VdK warnt vor zunehmender Armut
Sozialverband VdK Hessen-Thüringen fordert Armutsberichte von Land und Kommunen
Damit auch in Hessen und Thüringen die Armut zum Thema vor Ort wird, werden sich auch die 1.300 Orts- und knapp 60 Kreisverbände des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen an der Aktion beteiligen. Dabei soll vor allem die Forderung nach Armutsberichten von Land und Kommunen im Mittelpunkt stehen. Der VdK will damit erreichen, dass künftig ein klares Bild über die soziale Situation der Menschen in den einzelnen Regionen und Städten entsteht und konkrete Möglichkeiten zur Vermeidung von Armut angeführt werden können.
In den beiden letzten Jahrzehnten haben immer mehr Länder und Kommunen begonnen, eine Armuts- und Sozialberichterstattung aufzubauen. Ziel der Sozialberichterstattung ist es, einen Gesamtüberblick über die soziale Lage und die regionale bzw. kleinräumliche Verteilung einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen in den Ländern und Kommunen zu erhalten, Probleme zu charakterisieren und Maßnahmenkonzepte zu entwickeln. Sozialberichte enthalten darüber hinaus Angaben zur Infrastrukturausstattung und über sonstige soziale Hilfen.
Eine bedarfgerechte, präventiv ausgerichtete Armutspolitik sowie eine sozialorientierte Entwicklungsplanung in den Kommunen ist auf eine institutionalisierte Armuts- und Sozialberichterstattung angewiesen:
- Dabei kommt dem Aufbau einer örtlichen Sozialberichterstattung die Aufgabe zu, zeitnahe Informationen über die Lebens- und Versorgungslagen der Bevölkerung bereitzustellen und damit eine laufende Bestandsaufnahme zur Entwicklung von Problem- und Bedarfslagen auf gesamtstädtischer wie auf teilräumlicher Ebene vorzunehmen.
- Durch sie soll eine systematische, kontinuierlich fortzuschreibende Erfassung von sozialen Strukturen und Problemindikatoren sichergestellt werden.
- Damit sollen aber ebenso Kriterien für die Bewertung kommunaler Handlungsprogramme gewonnen werden, um die Wirkungen bisheriger Politik- und Verwaltungsentscheidungen beurteilen und zieladäquatere Programme entwickeln zu können.
- Schließlich ist sie eng zu verzahnen und abzustimmen mit der Definition von Versorgungsstandards und einer daraus abgeleiteten Programm- und Maßnahmenplanung im Rahmen der kommunalen Jugendhilfe- und Sozialplanung als integrierter Bestandteil einer übergreifenden Stadt- und Stadtentwicklungsplanung.
- Kernelement einer kommunalen Sozialberichterstattung sollte die Berichterstattung zum Thema Armut sein, da sich im Problem der Armut vielfältigen Mangel- und Unterversorgungslagen bündeln.
Eine Datenquelle, aus der alle Informationen zur Ressourcenausstattung und zur Lebenslage in den Kommunen gewonnen werden können, ist auf örtlicher Ebene im Rahmen der amtlichen Statistik nicht verfügbar. Wenn nicht eine eigene Sondererhebung durchgeführt wird, was aus Kostengründen in der Regel nur für Großstädte in Frage kommt, müssen Informationen aus sehr unterschiedlichen Datenquellen zusammengeführt werden. Dabei sollten neben quantitativen Daten auch qualitative Informationen zu den Versorgungslagen herangezogen werden. Welches könnten inhaltliche Bausteine und entsprechende Datenquellen eines kommunalen Armutsberichts sein?
Für den Erfolg der Sozialberichterstattung ist neben den Berichtsinhalten bzw. Berichtsergebnissen der Prozess der Berichterstattung selbst mindestens ebenso wichtig:
- Wichtig ist die Einbeziehung aller sozialpolitisch bedeutsamen Akteure für eine Erweiterung der Informationsbasis und für die Erhöhung der Akzeptanz des Projekts (z. B. durch die Einrichtung einer Steuerungsgruppe oder eines Beirats).
- Sinnvoll erscheint die Verknüpfung der Berichterstattung mit einer Serie von öffentlichen Fachkonferenzen zu den wichtigsten Problembereichen (Armut/Sozialhilfe/Grundsicherung, Arbeitsmarkt/Eingliederungshilfen, Erziehung/Bildung/Ausbildung, Kinder/Jugendliche/Familien, Wohnungsversorgung/Soziale Brennpunkte etc.); diese sollten Foren sein für eine gemeinsame Problembestandsaufnahme wie für die Erörterung von möglichen Lösungsstrategien.
Vor allem sollte jedoch durch den Berichtsprozess eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Entwicklung und Verteilung sozialer Problemlagen in der Fachöffentlichkeit wie in der kommunalen Öffentlichkeit erreicht werden. Diese Diskussionen sollten einmünden in die gemeinsame Entwicklung von sozialpolitischen Zielen und (Versorgungs-)Standards wie in die Entwicklung von Programmen, Projekten und Initiativen, mit denen den vielfältigen Gefährdungslagen entgegen gewirkt werden soll. Denkbar wäre es u. a., für die jeweilige Gemeinde einen eigenen "Lokalen Aktionsplan gegen Armut" zu entwickeln, in dem diese Ziele und Programme zusammengefasst sind und der regelmäßig überprüft und fortgeschrieben werden sollte.
Kinderarmut wirksam bekämpfen
Altersarmut verhindern
1. Pro und Contra kommunale Armuts- und Reichtumsberichte
2. Warum sind Armuts- und Reichtumsberichte so wichtig?
3. In welchen Kommunen gibt es bereits Armuts-
und Reichtumsberichte?
4. Mit welchen Partnern sollte man vor Ort zusammenarbeiten?

