Sozialverband VdK fordert mehr Geld für Pflege

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Donnerstag, 22.04.2010

Sozialverband VdK fordert mehr Geld für Pflege

Leistungen von Angehörigen und Pflegekräften besser honorieren

Eine deutliche Anhebung der Sätze für die häusliche Pflege sowie den zügigen Ausbau professioneller Beratungsinstitutionen und von Tagespflegeeinrichtungen forderte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher am Rande einer pflegepolitischen Veranstaltung des Sozialverbands VdK in der Evangelischen Akademie in Tutzing.

Zu einer zukunftsfähigen Pflegepolitik gehöre auch die Aufwertung des Berufsbilds der Pflege. Außerdem erteilte sie den wieder in die Diskussion gebrachten Plänen für eine kapitalgedeckte Pflegeversicherung eine deutliche Absage: "Das wäre der Abschied aus unserem bewährten solidarischen System und würde für Millionen von Versicherten eine ungewisse Zukunft bedeuten. Ich wundere mich, dass nach den bitteren Erfahrungen der Finanzkrise die Idee der Kapitaldeckung immer noch nicht verworfen wurde."
"Sparsamkeit", so die VdK-Präsidentin weiter, "darf nicht der Maßstab im Umgang mit Pflegebedürftigen sein." Es müsse ins Bewusstsein aller Verantwortlichen dringen, dass Menschen, die krank sind und dauerhaft Hilfe brauchen, selbstverständlich ein Recht auf Teilhabe in der Gesellschaft haben. "Es geht um die Würde der pflegebedürftigen Menschen, also um die Umsetzung eines Grundrechts."

Mascher warnte davor, bei der Pflege der Zukunft allzu sehr "auf die stille und meist weibliche Reserve" der Angehörigen zu setzen und damit auf die kostengünstigste Lösung. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang die fehlende Unterstützung von pflegenden Angehörigen. Weder gibt es tragfähige Konzepte zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege noch werden Angehörige angemessen finanziell unterstützt, wenn sie die Pflege ihrer Eltern oder Ehepartner übernehmen.
Pflege wird eine Schlüsselrolle in unserer zukünftigen Gesellschaft spielen. Schon heute ist der Umsatz der Gesundheits- und Pflegebranche genauso hoch wie der der deutschen Automobilindustrie. Gerade in Pflegeheimen bleiben aber viele Stellen unbesetzt. "Die Branche muss ihr Stiefkind-Image verlieren", forderte Mascher. Dazu gehören eine angemessene Entlohnung und deutlich bessere Arbeitsbedingungen. (Michael Pausder)

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