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Mehr Solidarität - der Gesundheit zuliebe
Gesundheit kann man sich nicht kaufen. Dieser Satz stimmt - bezieht man Statistiken mit ein - nicht ganz. Tatsache ist: Je schlechter die soziale Lage, umso niedriger die Lebenserwartung und umso höher das Krankheitsrisiko. "Das Risiko für Angehörige der unteren Schichten, einen Herzinfarkt zu erleiden, ist mehr als doppelt so hoch wie bei Angehörigen der Oberschicht", sagte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, in Magdeburg beim Sozialgipfel Sachsen-Anhalt.
Armut stehe in direktem Zusammenhang mit schlechterer Gesundheit. Die Gründe für ungleiche Gesundheitschancen seien vielfältig, sagte Mascher: "Sie betreffen neben der klassischen Gesundheitspolitik die Bildungs-, Sozial-, und Arbeitsmarktpolitik." Die VdK-Präsidentin machte außerdem deutlich: "Der Sozialverband VdK Deutschland wird Leistungsausgrenzungen und den Weg in die Zwei-Klassen-Medizin erbittert bekämpfen."
Alternativen der Finanzierung des Gesundheitssystems gebe es: Etwa ein Risikostrukturausgleich zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung, der 10 Milliarden Euro bringen würde oder die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel.
Mascher stellte klar: "Um sozial bedingte Unterschiede von Gesundheitschancen abzubauen, brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Solidarität, müssen wir das ungerechte und ineffiziente Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung beenden und den Wettbewerb der Krankenkassen so ausgestalten, dass auch gering verdienende chronisch kranke Menschen vernünftig versorgt werden."
Mit einer Armutsquote von 21,5 Prozent ist Sachsen-Anhalt die nach Mecklenburg-Vorpommern am stärksten betroffene Region Deutschlands. Im Bundesdurchschnitt liegt die Armutsquote bei 14,3 Prozent. (Michael Pausder)



