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6. Gesundheitstag des Kreisverbands Stuttgart
200 Teilnehmer im Kursaal in Bad Cannstatt
Schon zum sechsten Mal in Folge hat der Kreisverband Stuttgart im Mai eine große Gesundheitstagung durchgeführt. Zur Halbtagesveranstaltung mit dem Titel "Prävention, Rehabilitation - wichtiger denn je" hatte die Kreisvorsitzende und VdK-Vizepräsidentin Carin E. Hinsinger wieder zahlreiche Besucher aus Stuttgart und Umgebung sowie hochkarätige Referenten begrüßen können. Rund 200 Personen waren in den Kleinen Kursaal von Stuttgart-Bad Cannstatt gekommen, um sich über die Bedeutung der Prävention sowie über die wichtigen Themen "Hören" und "Sehbehinderungen" zu informieren. Unter dem Titel "Sehen: Sehbehinderungen erkennen - Möglichkeiten des Ausgleichs" informierte Augenoptikermeister Bernd Wirbel über die Veränderung des Sehens im Alter, über Sehschwäche, die diversen Fehlsichtigkeiten sowie deren Korrekturmöglichkeiten. Außerdem kam der staatlich geprüfte Optiker auf die zunehmende Bedeutung des Sonnenschutzes auch fürs Sehen zu sprechen.
Unter dem Titel "Was kann ich zur Gesunderhaltung meiner Sinne beitragen", informierte Dr. Eike Mathias Jauch über Hörbeeinträchtigungen und Ausgleichsmöglichkeiten. Der Leiter des Terzo-Instituts für angewandte Gehörforschung der Sorg Hörsysteme GmbH betonte zum Auftakt seines Referats: "Ein Hörverlust wird üblicherweise mit Hörgeräten ausgeglichen. Viele Schwerhörige machen jedoch in der Praxis die Erfahrung, dass das, was sich in der Theorie so einfach anhört, nicht so leicht umzusetzen ist." Eine Verschlechterung des Hörvermögens beruhe nämlich in den meisten Fällen auf krankhaften Veränderungen im Innenohr. Die für die körpereigene Verstärkung des Schalls so wichtigen Motorzellen würden im Verlauf des Lebens absterben. Hierdurch sende das Ohr viel weniger Hörsignale an den Hörnerv sowie die hörverarbeitenden Zentren im Gehirn. So entstehe, so Dr. Jauch, eine dauerhafte Mangelsituation an Hörreizen, die eine degenerative Anpassung des Gehörs nach sich ziehe. "Eine solche Hörentwöhnung entsteht also bei Schwerhörigkeit durch den Verlust von Nervenzellfunktionen des Gehörs", betonte der Leiter des Terzo-Instituts und verwies auf unterschiedliche technische Möglichkeiten zur apparativen Versorgung eines Hörverlusts. Zugleich unterstrich er die Bedeutung des Gehörtrainings für die Rehabilitation von Schwerhörigkeit. Durch ein gezieltes intensives Training erlerne das von Schwerhörigkeit betroffene Gehör, mit der Technik Hand in Hand zu arbeiten. So könne ein Schwerhöriger nach relativ kurzer Zeit mit Hilfe von Hörgeräten auch in schwierigen Situationen Sprache wieder verstehen. Gruppengespräche würden so zunehmend leichter fallen und die Betroffenen weniger anstrengen. Missverständnisse würden so immer seltener auftreten, betonte Dr. Eike Mathias Jauch.
VdK-Ehrenpräsident Walter Hirrlinger rief die Politik erneut dazu auf, endlich ein Präventionsgesetz zu verabschieden. In seinem Vortrag mit dem Titel "Prävention - für die Gesundheit wichtiger denn je" stellte Hirrlinger eingangs die Frage: "Gesundes Altern, geht das und wie geht das?" Zunächst stellte der mittlerweile 83-Jährige klar, dass heutzutage ältere Menschen in körperlicher und geistiger Hinsicht gesünder seien als in früheren Jahren. Andererseits leide jeder dritte über 70-Jährige an fünf mittelschweren Krankheiten. Jeder vierte sei sogar von fünf gleichzeitig zu behandelnden Krankheiten betroffen. Außerdem gehe die höhere Lebenserwartung vielfach mit einem Anstieg chronischer Leiden einher. Beispielsweise sei rund ein Fünftel der über 65-Jährigen behindert oder dauerhaft krank. Deshalb ist für Walter Hirrlinger klar: "Der Erhalt der Lebensqualität im Alter setzt das Ausschöpfen präventiver Potenziale, die Unterstützung vorhandener Ressourcen alter Menschen und nicht zuletzt das Abrufen von Fähigkeiten voraus." So hätten Studienergebnisse gezeigt, dass rehabilitative Maßnahmen auch im Alter das Selbstständigkeitsniveau der Menschen noch langfristig verbessern könnten. Hirrlinger verwies auch auf Untersuchungen, wonach selbst der Nikotinverzicht oder der Abbau von Übergewicht erst im höheren Alter die Gesundheitsrisiken zum Beispiel in Bezug auf Krebserkrankungen oder Diabetes Typ II reduzieren. Gerade weil gesundes Altern von vielen Faktoren abhänge, könne das persönliche Gesundheitsverhalten erheblich zu diesem Prozess beitragen. "Man muss es wollen!", gab der VdK-Ehrenpräsident den 200 Zuhörern mit auf den Weg.
Auch für Vizepräsidentin Hinsinger bringt die Gesundheitsvorsorge Lebensqualität und zugleich Lebensfreude. "Prävention heißt nichts anderes als verantwortungsvoll leben", unterstrich die Gastgeberin der beliebten VdK-Tagungsreihe.

